Das Modell in einer Fotomontage (Anlauf)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wolfgang Anlauf

Die
feierliche Enthüllung der Generations-Pyramide
am 17. September 2005

Ein Foto-Text-Bericht


Am 17. September 2005 um 11.00 Uhr
wurde am S-Bahnhof Neuenhagen die Generationspyramide von Wolfgang Anlauf feierlich enthüllt
und damit der Gemeinde als Geschenk übergeben.
 

Der Bürgermeister Jürgen Henze sprach als Vertreter der Gemeinde,

Dr. Sigmar Gerund hielt die Festrede

und Wolfgang Anlauf bedankte sich bei Helfern und Sponsoren.

 

Es sang der Neuenhagener Männerchor „Frohsinn 1880”.

 

Im Anschluß an die Enthüllung gab Wolfgang Anlauf ein Garten- und Atelierfest in die Vogelsdorfer Straße.

 

[ Zurück zur Seite 1 ]
 


Hier einige erste fotografische Eindrücke:

 
 

 
Fotos: Burghardt und Gerund

Einen Pressebericht über die Enthüllung der Generationspyramide findet man über den Link Presseschau.

 



Die Generationspyramide
Eine kleine Rede zu festlichem Anlaß

Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren!
Liebe Bürgerinnen und Bürger Neuenhagens!

Aus Anlaß der Feierlichkeiten zum 775-jährigen Jubiläum Neuenhagens übergibt der Bildhauer Wolfgang Anlauf heute hier und jetzt sein Geschenk an seine Gemeinde: Es ist ein Kunstwerk für den öffentlichen Raum - die Generations-Pyramide.
Noch ist sie verhüllt – ein wenig Spannung muß sein.
Ein kleine, aber wichtige Anmerkung vorab: Es handelt sich bei diesem Kunstwerk um ein Geschenk des Bildhauers für seine Neuenhagener Mitbürgerinnen und Mitbürger. Doch um dieses Geschenk herstellen, aufstellen und heute übergeben zu können, hat es der Hilfe und Mitwirkung vieler bedurft – das sei ausdrücklich herausgestellt. Aber dazu wird sich Herr Anlauf dann noch selbst äußern.
Und noch eins: Ein Kunstwerk verschenken – ist das eine. Ein solches Geschenk anzunehmen ist ein andres. Namens der Gemeinde Neuenhagen haben der Bürgermeister und die gewählten Vertreter ihr Einverständnis erklärt, die Vorbereitungen unterstützt, und schließlich mit Wolfgang Anlauf die heutige Feierstunde vereinbart, um die Generationspyramide in Besitz zu nehmen.
Ich bin autorisiert zu erklären, daß der Neuenhagener Bildhauer Wolfgang Anlauf sich geehrt fühlt, daß er sich freut und glücklich darüber ist, heute gemeinsam mit dem Bürgermeister seine, das heißt: Ihre Generationspyramide zu enthüllen.
Zwar kann sich jedermann in einer Homepage im Internet über den Bildhauer Anlauf und sein künstlerisches Schaffen relativ ausführlich informieren. Es geziemt sich für diese Feierstunde jedoch, den Künstler, der die Generationspyramide geschaffen hat, hier in einigen wenigen Facetten kurz vorzustellen.
Wolfgang Anlauf wurde 1957 in Berlin geboren. Er erlernte den Beruf eines Stukkateurs, um sich dann mehr und mehr der künstlerischen Arbeit zu widmen; seit ca. dreißig Jahren ist Herr Anlauf als freiberuflicher Bildhauer tätig. – Ich gebe jetzt nur einmal einige Hinweise im Telegrammstil:
Nach Erlangung des Gesellenbriefs wirkt Wolfgang Anlauf mit bei Restaurierungsarbeiten an den Fassaden und im Innern des Schlosses Charlottenburg. Dann: Mitarbeit beim Pogramm „Bauornament“ seines Vaters für den ent-dekorierten Altbau. 1978 ist er Stipendiat des Europarates für einen Restauratorenkurs von drei Monaten am „Europäischen Zentrum für Handwerker im Denkmalschutz“ in Venedig.
1980 baut er ein Haus in Schleswig-Holstein nach eigenen Entwürfen und größtenteils in Eigenleistung. 1981 wirkt er mit am Kunstwettbewerb des Vaters - Günter Anlauf - für vier Bären für die Moabiter Bärenbrücke in Berlin.
1983 realisiert er eine Fassadengestaltung mit einem eigenen „Neuen Bauornament“. In den danach Jahren folgen 12 weitere Fassadengestaltungen in Berlin. 1984 übernimmt Wolfgang Anlauf die Bauleitung für die Rekonstruktion des Stucks im Zuschauerraum und des Proszeniums des Theaters des Westens. 1986 folgt der Umbau einer Remise in Berlin-Charlottenburg zum Bildhaueratelier mit Krananlage, nach eigenen Entwürfen und in Eigenleistung ausgeführt. 1990 arbeitet er mit an dem Wettbewerbsauftrag seines Vaters für das Martin-Luther Krankenhaus: vier 4 Meter hohe Natursteinsäulen, die vier Jahreszeiten darstellend. 1990 errichtet er den Anbau eines Bildhauerateliers mit Brückenanlage und im Boden versenkter Drehscheibe am Haus in Schleswig-Holstein, auch dies wieder nach eigenen Entwürfen und in Eigenleistung. 1992 stellt er für die Deutsche Oper Berlin zwei 7,50 Meter hohe vollplastische Engelreliefs aus Styropor für das Bühnenbild der Oper „Don Carlos“ her.
1993 verläßt Wolfgang Anlauf Berlin-Wannsee. Er heiratet und läßt sich in Neuenhagen nieder. Und gerade das ist in seiner Biografie so etwas wie eine Kapriole des Lebens, weil zufällig und unvorhergesehen. Neuenhagen ist für ihn zwar ein Zufall, ihm aber dennoch keineswegs fremd: Seine Großeltern väterlicherseits waren Bürger Neuenhagens, und sie haben hier ihre letzte Ruhe gefunden. Ihre Grabstätten finden sich auf dem Neuenhagener Friedhof just an jener Straße, an der ihr Enkel 1994 nach seinen eigenen Entwürfen und mit einem übergroßen Anteil von Eigenleistung ein Wohnhaus für seine Frau und sich errichtet. Sohn und Tochter komplettierten schließlich die Familie Anlauf und bringen kindlichen Sonnenschein in dieses neue Zuhause.

***

Inzwischen dürfte die Kunst des Bildhauers Wolfgang Anlauf in Neuenhagen so unbekannt nicht sein, denn ab 2002 kann man auch Fassadengestaltung von ihm hier am Ort besichtigen.
2003 hat der Bildhauer dann zwei Modelle für die Gestaltung des Schäferplatzes in Neuenhagen entworfen und die Fassaden an dem Gebäude „Markt am Schäferplatz“ mit den Motiven Schäfer, Schaf und Hund als Flachrelief gestaltet.

Last, not least aber noch dies: Worauf in diesem Überblick nicht eingegangen werden kann, das ist die selbstverständliche Tatsache, daß der Bildhauer Anlauf in den 30 Jahren seiner künstlerischen Arbeit eine große Fülle vielfältigster bildhauerische Kunstwerke geschaffen hat. Viele dieser kleinen wie auch großräumigen bildhauerischen Werke sind in einer ganzen Reihe von Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen zu sehen gewesen und inzwischen auch in regionalen Ausstellungen: in Neuenhagen, in Strausberg und in Müncheberg.

***

Aber nun kommen wir wieder auf die Kunst im öffentlichen Raum zu sprechen, das heißt speziell auf unsere Generationspyramide.
Die Idee der Generationspyramide hatte zunächst mit dem Markt am Schäferplatz zu tun, denn der Entwurf und das Modell waren anfangs für diese Stelle konzipiert. Da diese Idee dort nicht zu verwirklichen war, sie den Bildhauer aber auch nicht wieder losließ, suchte er nach einem anderen potentiellen Standort. Der war mit der kleinen Parkanlage hier am Bahnhof auch rasch gefunden. Zu Wolfgang Anlaufs Überlegungen, wie man solch ein Projekt wohl verwirklichen könnte, kam die Mitteilung in der Zeitung zu der 775-Jahrfeier Neuenhagens im Jahr 2005. So kam der Bildhauer auf den Gedanken, Neuenhagen dieses Kunstwerk zum Jubiläum zu schenken. Mit entsprechenden Unterlagen und Fotomontagen des Modells an dem vorgesehenen Ort ging Herr Anlauf ab Juni 2004 auf die Suche nach Spendern und Sponsoren, und gleichzeitig machte er sich ernsthafte Gedanken zur praktischen Umsetzung seiner Ideen und des Modells.
Er setzte nun das Modell bauzeichnerisch um und legte fest, die Generationspyramide aus zwölf Betonfertigteilen aufzubauen. Es mußten die Konstruktionszeichnungen für die einzelnen Gußformen angefertigt werden, und aus Schalplatten und Gipsteilen wurden dann die Formen gebaut und mit einer Baustahl-Armierung versehen.
Übrigens sei mir an dieser Stelle die Bemerkung erlaubt, dass Wolfgang Anlauf die Formen derart präzise ausgearbeitet hat, daß an dem fertigen Beton-Guß keinerlei Nacharbeiten mehr nötig waren. - Für die zwölf Figuren – noch sehen Sie sie nicht, denn Spannung muß sein! – für die zwölf Figuren also wurden 2,5 Kubikmeter mit Farbpigmenten eingefärbter Spezialbeton vergossen. Auf einem Fundament aus Beton wurden dann die Einzelteile von einem LKW mit Ladekran aufgestellt und dann in der Mitte mit Beton vergossen. In die Köpfe der obersten vier Figuren wurden Uhrenziffernblätter eingebaut, die von einer Zentrale aus gesteuert werden.
Meine Damen und Herren! Die gesamte Planung, die Bauorganisation und alle handwerklichen Leistungen hat der Bildhauer Wolfgang Anlauf selbst ausgeführt. Er war hier Architekt, Konstrukteur, Tischler, Stukkateur und Betonbauer - alles lag in einer, in seiner Hand. Einschließlich Planung und Ausführung ergab sich für Wolfgang Anlauf ein Zeitaufwand von einem guten halben Jahr. Auch das soll doch an dieser Stelle einmal gesagt sein.
Gerade weil sie im Moment noch verhüllt ist, möchte ich abschließend einige wenige Bemerkungen zur Generationspyramide selbst machen, indem ich hier Wolfgang Anlaufs Grundidee preisgebe. Allerdings: Wenn dann die Verhüllung gefallen sein wird, sind Sie eingeladen, sich selbst ihr eignes Bild zu machen.
Der Mensch in Zeit, Raum und Richtung – das ist die Grundidee des Bildhauers. Sein Kunstwerk stellt die Generationen dar, die wie ein Stammbaum aufeinander folgen und aufeinander aufbauen. Eine folgende Ebene baut auf der Ebene davor auf. Gesammelte Erfahrungen werden weitergegeben und ermöglichen eine Weiterentwicklung. Jedes einzelne Individuum entwickelt daraus seine ganz persönlichen Vorstellungen und bestimmt damit die Richtung, in die es geht. Der Mensch lebt nicht allein. Die Familie und die Gemeinschaft, in der wir leben, sind die Grundlage einer erquicklichen Entwicklung. - Diese Gedanken, so meint Wolfgang Anlauf, spiegeln sich in seinem Kunstwerk „Die Generationspyramide” wider und werden von dem alles bestimmenden Faktor „Zeit” in Form von vier Uhren als „Köpfe“ der obersten Figuren vervollständigt.
Diese Gedanken jedoch, meine Damen und Herren, liebe Bürgerinnen und Bürger von Neuenhagen, sollen für Sie keine Vorgabe sein, bestenfalls ein Denkanstoß. Man soll ja auch einen Künstler möglichst nicht so direkt danach fragen, was er mit seinem Kunstwerk hat aussagen wollen. Er würde wahrscheinlich antworten: Schauen Sie sich mein Kunstwerk an, dann sehen Sie, was ich habe aussagen wollen.
Nein: Indem Ihnen die Generationspyramide mit dem symbolischen Akt der Enthüllung als Geschenk an die Gemeinde übergeben wird, sind sie nicht nur aufgefordert, dieses Kunstwerk gegenständlich in Besitz zu nehmen. Der Bildhauer Wolfgang Anlauf wünscht sich von Herzen, daß Sie sein Kunstwerk vor allem auch zu ihrem geistigen Besitz machen können.

Wir wünschen Ihnen, daß die Generationspyramide hier am Neuenhagener S-Bahnhof die Neugier der Leute zu wecken vermag, daß sie zu kurzem oder auch zu längerem Verweilen und Betrachten einlädt, daß sie gar dazu anregt, sich seine eigenen Gedanken über das Kunstwerk zu machen, über das Zusammenleben und –wirken der Generationen nach 775 Jahren lebendiger Ortsgeschichte. Wir wünschen aber auch, daß die Generationspyramide hier am Bahnhof, an öffentlichem Ort schließlich Alltag wird: ein gegenständlich schöner Bestandteil der öffentlichen Raumes und des Alltags im Leben der Gemeinde Neuenhagen, den seine Bürgerinnen und Bürger nicht mehr missen möchten. Das wäre wohl die größte Freude für den Bildhauer Wolfgang Anlauf.

Glückwunsch, Herr Bürgermeister! Glückwunsch, Neuenhagener Bürgerinnen und Bürger! Glückwunsch zum 775-jährigen Jubiläum Ihrer Gemeinde und
Glückwunsch zu Ihrer Generationspyramide.

 


Wolfgang Anlaufs Danksagung


Die Verwirklichung dieses Projektes ist nur mit der Unterstützung von Spendern und Sponsoren möglich gewesen.
Für die finanzielle und materielle Unterstützung bedanke ich mich ganz herzlich bei:

Sparkasse Märkisch-Oderland
e.dis Neuenhagen
Rüdersdorfer Zement GmbH
BUN Baustoff-Union Neuenhagen GmbH
NWD-Berlin
Holz Possling Berlin
einigen Bürgern von Neuenhagen.

Besonderer Dank gilt auch den Firmen und Personen, die mir ihre Arbeitsleistung und ihr Equipment zur Herstellung und Errichtung des Kunstwerkes bereitgestellt haben; dies sind:

Herr Prof. Dr. Silbereisen, Readymix Beton Berlin GmbH & Co. KG
Herr Frohne, Betonwerk Rüdersdorf
Herr Willizkat, Fuhrunternehmen Neuenhagen
Rechlin Gerüstbau Hoppegarten
Groß Bauunternehmen Neuenhagen
Herr Borchhardt, Kopierladen Am Schäferplatz

Großer Dank gebührt der Gemeindeverwaltung Neuenhagen, insbesondere ihren Mitarbeitern, die mir jede Unterstützung,
die ihnen möglich war, um dieses Projekt erfolgreich ausführen zu können, hat zukommen lassen.
Nicht zuletzt gebührt mein Dank und meine Liebe meiner Frau, die mir ermöglichte, ein halbes Jahr meiner Arbeitszeit in dieses Projekt investieren zu können.

 

                                                                                                         [ Zurück zur Seite 1 ]