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Wolfgang Anlauf:
Fassadengestaltungen
mit eigenen
Ornamenten und Reliefs |
Sehen Sie auch Öffentlicher Raum: Neuenhagen! |
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Das „Neue
Bauornament“ und seine Entstehung
Mitte der siebziger Jahre - nach
der glatten Monotonie der Nachkriegszeit - wurde der Wunsch von
Historikern hervorgebracht, sich mit dem Thema einer neuen ornamentalen
Gestaltung von Fassaden und Baukörpern, insbesondere aber mit den vielen
entdekorierten Altbauten Berlins zu befassen. Versuche von verschiedener
Seite, das historische Ornament auf seine Grundstrukturen zu reduzieren,
ergaben bis heute keine überzeugende Lösung.
Auf der Grundlage unserer intensiven handwerklichen
Restaurierungstätigkeit und in Verbindung mit der freien Bildhauerei
sowie in der Überzeugung der historischen Bedeutung einer neuen Baukunst
entstanden 1975 am Segitzdamm in Berlin die ersten beiden Fassaden mit
einem „Neuen Bauornament“. Vier Jahre später setzte sich dieses Konzept
immer mehr durch und wurde durch die weitere Beschäftigung mit dieser
Materie von uns zu der heutigen Reife und zu einer befriedigenden Lösung
dieses Problems geführt. |
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Wilmersdorfer Straße 151 in Berlin-Charlottenburg, 1985
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Das „Neue
Bauornament“
und seine Anwendungsbereiche
Die vorrangige Bedeutung gewinnt das „Neue Bauornament“ bei der
Gestaltung des entdekorierten Altbaus. Glatten oder mit Rauhputz
versehenen Altbauten bietet das „Neue Bauornament“ viele Möglichkeiten,
mit wenig Mitteln und Aufwand wieder ein individuelles Gesicht zu
zeigen. Giebel und Brandwände lassen sich mit dem „Neuen Bauornament“
auch in Verbindung mit der Malerei zu großer Ansehnlichkeit und mit
stadtbildpflegerischer Bedeutung gestalten.
Die ornamentale Gestaltung von moderner Architektur in Zusammenarbeit
mit den entwerfenden Architekten ist ein weites Feld und heute noch viel
zu wenig genutzt. Viele Bauteile bieten sich geradezu an, gestaltet zu
werden. Wobei einerseits das nachträgliche Ansetzen von Ornamentteilen
an den Baukörper, andererseits aber auch das ornamental gestaltete
Baufertigteil eine große Bereicherung in dem architektonischen Konzept
darstellen kann, ohne dabei mit diesem zu konkurrieren. Der Bereich der
ornamentalen Gestaltung mit dem „Neune Bauornament“ geht von der Fassade
über Einzelteile - wie Säulen, Pfeiler, Stürze, Träger, Wände und
Treppen in Fertigbauteilen - bis hin zu Brunnen, Wasserspielen und auch
zur Innenraumgestaltung. |
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Das „Neue
Bauornament“
und seine Technik
Der vorrangige Werkstoff Beton ist durch die Anwendung im Außenbereich
bestimmt. Die vorgefertigten Ornamentteile werden einzeln oder in
Gruppen kombinierbar an die Fassade oder an den Bauträger mit
zugelassenem Material verschraubt, dauerelastisch zum Untergrund verfugt
und in der Fassadenfarbe gestrichen. Für Gliederungen werden
hauptsächlich Aluprofile wegen ihrer leichten Handhabung und guten
Anpassungsfähigkeit an den Baukörper verwendet. Die Möglichkeit, das
„Neue Bauornament“ auch auf wärmegedämmten Fassaden zu montieren, ergibt
sich durch das geringe Gewicht der Einzelteile, die sich nach dem
Baukastenprinzip immer wieder zu neuen Ornamenten und Ornamentgruppen
zusammenstellen lassen. Durch die Leichte und schnelle Montage des
„Neuen Bauornament“ können auch fertige Fassaden ohne großen Aufwand
mit dem Skylift noch nachträglich gestaltet werden.
Abbildung links: Reichenberger Straße 98
a in
Berlin-Kreuzberg, 1985 |
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Das „Neue
Bauornament“
und seine Vorteile
Der ganze Vorgang vom
Entwurf über die Herstellung der Teile bis zur Ausführung liegt in einer
Hand; daraus resultiert ein sehr geringer organisatorischer Aufwand bei
großer Flexibilität, was sich positiv einerseits auf den Kostenaufwand,
andererseits auf die Qualität der Arbeit, aber auch auf die
Weiterentwicklung des Ornamentsystems und die Vervollkommnung der
Technik auswirkt. Außerdem ist auf die sehr kurzen Montagezeiten an der
Fassade hinzuweisen, und das wirkt sich günstig für den Bauherrn aus im
Sinne eines geringeren Aufwandes an Geld und Zeit.
Abbildung links: Breitestraße in Berlin-Spandau, 1983
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