MOZ
Mittwoch, 22. September 2004
Neuenhagen
Pyramide der Generationen als Geschenk
Neuenhagen (Iv./MOZ) Die Gemeinde feiert im kommenden Jahr ihren
775. Geburtstag. Schon jetzt bekommt sie die ersten Geschenke. Der
Neuenhagener Künstler Wolfgang Anlauf will der Gemeinde zu ihrem
Jubiläum ein Kunstwerk schenken. Eine fünf Meter hohe Plastik, die
eine Generationen-Pyramide darstellen soll. Manch ein Neuenhagener
wird sich noch daran erinnern, dass sich der Künstler mit einem
Entwurf dazu auch am Wettbewerb für ein Kunstwerk für den
Schäferplatz beworben hatte.
Die Generationen-Pyramide zieren oben vier Uhren, deshalb hat der
51-jährige Künstler auch gleich den Vorschlag unterbreitet, dass ein
idealer Standort der kleine Park gegenüber dem Bahnhof sein könnte.
Genau in die Mitte des Bankrondells, wo seinerzeit nach
Fertigstellung des Parks die Blutbuche gepflanzt wurde.
Im Kultur- und Sozialausschuss wurde die Information über das
Geschenk, das die Gemeinde nichts kosten solle – „mein finanzieller
Beitrag ist ein Verzicht auf Künstlerhonorar", schrieb der Bildhauer
- freudig aufgenommen. Viele der Ausschussmitglieder nahmen sich
vor, ins Rathaus zu gehen, wo im Fachbereich III eine Mappe mit
Bildern liegt und beim Bürgermeister ein Modell von der Skulptur
steht, um sich alles anzuschauen. Allerdings, so sagte die
Ausschussvorsitzende, Larisa Schippel, sollten sich alle
gleichzeitig aufmerksam im Ort umschauen, ob es nicht noch einen
anderen Standort für das Geschenk gebe. Der Gedanke daran, die
inzwischen gut gediehene Blutbuche umsetzen zu müssen, behagte ihr
und auch anderen Ausschussmitglieder nicht so ganz.
(Bildunterschrift)
Generationen-Pyramide: Mitten ins Bankrondell im kleinen Park
gegenüber dem Bahnhof Neuenhagen könnte das Kunstwerk durchaus
passen, wie die Fotomontage zeigt. Repro: GMD/Gerd Markerc
Märkisches Echo
MOZ
Freitag, 22. Oktober 2004
Märkisches Echo
Ein Kunstwerk als Geschenk zum 775.
Wolfgang Anlauf will seine Gemeinde Neuenhagen verschönern
Von
IRINA VOIGT
Neuenhagen (MOZ) In Neuenhagen wohnen viele Künstler, Bildhauer,
Schauspieler, Schriftsteller und Musiker. Sie sind Meister Ihres
Fachs. Aber nicht viele tun über ihr Berufsleben hinaus auch etwas
für ihre Heimatgemeinde, engagieren sich in Neuenhagen. So fällt
es auf, dass es in der Gemeinde eigentlich kein Kunstwerk auf einem
öffentlichen Platz gibt, das von einem Neuenhagener geschaffen
wurde. Das soll sich ändern.
Kunst ist teuer. Gute Kunst erst recht. Die Gemeinden der Gegenwart
haben wahrhaftig dringende Sorgen, mit dem Geld für Pflichtaufgaben
zurechtzukommen, als dass sie es sich leisten könnten, Tausende Euro
für ein gestaltendes Kunstwerk auf einem öffentlichen Platz
auszugeben. Das ist auch in Neuenhagen nicht anders.
Hier, in der Randgemeinde von Berlin, leben seit jeher viele
Künstler. Sie tragen sehr wohl den Namen der Gemeinde in die weite
Welt hinaus, wenn sie im In- und Ausland ausstellen, aber .In- die
Nachbarn, sehen wenig von ihren Werken.
Wolfgang Anlauf, Bildhauer und seit 1993 in Neuenhagen lebend, ist
das auch aufgefallen. Er hatte sich schon erfolgreich bei einem von
der Kommunalen Entwicklungsgesellschaft Neuenhagen initiierten
Wettbewerb
für ein Kunstwerk auf dem Schäferplatz beteiligt
und dort für ein stilvolles Wandbild mit Schaf und Schäfer gesorgt.
Aber das ist ihm zu wenig.
Er will den Neuenhagenern zum 775, Geburtstag der Gemeinde im
kommenden Jahr ein richtiges Kunstwerk schenken (MOZ berichtete).
„Ich möchte meinem Wohn- und Arbeitsort ein bisschen Schönheit und
etwas zum Anschauen schenken", sagt er. Es gehöre für ihn zum Leben
dazu, eine schöne Umgebung auch mit „selbst geschöpften Dingen" zu
ergänzen. Die von ihm entworfene Generationspyramide, deren Modell
man sich beim Bürgermeister im Rathaus ansehen kann, könnte er sich
am passendsten im Park gegenüber dem Bahnhof vorstellen. Das
erklärte der Künstler dem Bürgermeister Jürgen Henze. Der wartet
seinerseits mit einem anderen Standortvorschlag auf, da er die
Bedenken der Ge-meindevertreter im Ohr hatte, die symbolische
Blutbuche genau an dieser Stelle zu erhalten.
„Wir betreiben intensiv die Vorbereitungen zur
Bahnhofsumgestaltung", sagte Henze. Dann würden sich ganz neue
Plätze und Sichtachsen ergeben, wenn erst einmal die alten maroden
Bahnhofsgebäude und anklebenden Schuppen verschwunden seien.
Allerdings gingen im November ersteinmal die Bewilligungen für
Fördermittel in die heiße Phase. Danach würden die Planungen
beginnen können. Einen Termin für den Beginn der Bauarbeiten oder
gar die Fertigstellung des neuen Bahnhofsensembles und dessen
Umgebung sei aber noch lange nicht in Sicht.
Für den Künstler, der sein Geschenk natürlich pünktlich zum
Geburtstag übergeben möchte, wäre ein neuer Standort für das Werk
noch ernsthaft zu bedenken.
(Abschrift S.
Gd.)
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